Ziele erreichen – wie du es wirklich schaffst

Na, wie viele deiner Vorsätze von Anfang des Jahres hast du schon wieder verworfen? Hast du etwas verändert? Oder hast du direkt im Februar aufgegeben deine Ziele zu erreichen? 
Zugegeben, dieses Jahr hat die Umstände für viele Dinge nun auch wirklich schwierig gemacht. 

Dennoch, die meisten Menschen habe Ziele und tatsächlich sind Ziele auch wirklich wichtig. Warum brauchen wir Ziele? Ganz einfach eigentlich: Wenn wir nämlich keine Ziele haben, dann lassen wir uns einfach vom Leben hin und her schubsen, so wie es eben gerade passiert. 

Wir brauchen Ziele, denn Menschen mit klaren Zielen, Visionen und Vorstellungen für ihr Leben, denen geht es deutlich besser. Sie haben weniger Selbstzweifel und innere Unruhe, weniger Haltlosigkeit. Denn Menschen mit Ziele wissen ja, was wie in ihrem Leben noch erreichen wollen. Sie sind dadurch zielstrebiger, haben mehr Antrieb und sind dadurch wiederum auch oft erfolgreicher. Klar, sie wissen ganz genau wo sie hinwollen und arbeiten meist hart dafür. 

Übrigens geht es auch gar nicht so sehr darum dieses Ziele auch zu erreichen. Klar ist das schön, aber sobald wir ein Ziel erreicht haben, gewöhnen wir uns so schnell daran, dass das positive Gefühl schnell wieder verschwunden ist.

Stattdessen geht es tatsächlich, ganz klischeehaft, um den Weg. Der Weg zur Zielerreichung, das Streben nach Zielen, ist meistens das, was uns glücklicher und zufriedener macht. 

Das Erreichen an sich ist also, zumindest für unser Wohlbefinden, gar nicht so wichtig. Wenn du zum Beispiel mal das Ziel nimmst einen Marathon zu laufen. Klar ist das Gefühl, wenn du über die Ziellinie gelaufen bist, bestimmt wahnsinnig toll. Aber die Wochen und Monate vorher, wenn du merkst, wie du dich beständig steigerst, wie du stolz darauf bist, dass du dein Training so regelmäßig durchziehst – das ist das was dich zufrieden macht. 

Aber dennoch müssen wir beim Streben nach dem Ziel ja auch irgendwie dranbleiben. Außerdem gibt es natürlich trotzdem bestimmte Ziele, die wichtig sind tatsächlich auch zu erreichen. Eine bestimmte Abschlussnote zum Beispiel um sich für einen Job zu Qualifizieren. 

Mit Zielen könnte alles mögliche gemeint sein. Abnehmen, gesünder essen, Sport machen. Einen neuen Job finden, befördert werden, Geld sparren, ein Studium abschließen, besser Ordnung halten, mehr Zeit für Familie und Freunde finden…

Wie schaffst man es aber nun, seine Ziele auch zu erreichen?

Bei einigen ist es vielleicht recht leicht. Sie machen Spaß, gehen leicht von der Hand und sind dementsprechend auch leicht zu erreichen. Das gilt ja nun aber leider für die wenigstens Ziele. Die Arbeit an vielen Zielen ist meistens ziemlich anstrengend.

Wenn du beispielsweise unbedingt einen Marathon laufen möchtest und du dich dafür jeden Morgen schon um fünf Uhr aus dem Bett quälst. Angenehm ist für die meisten Menschen doch irgendwie etwas anderes.

Aber, was hilft denn nun um Ziele tatsächlich zu erreichen?

Du solltest nicht alles auf einmal machen

Das größte Problem bei Neujahrsvorsätzen ist meistens, dass Menschen sich viel zu viel auf einmal vornehmen. Sie wollen nicht nur unbedingt eine Sportroutine anfangen, sie wollen sich auch gesund ernähren, ein Studium neben dem Job anfangen um sich endlich beruflich umorientieren zu können und ganz nebenbei auch noch mehr Zeit für ihre Freundschaften aufbringen.

Puh. Das wird nichts. Kann man schon von Anfang an sehen.

Denn gerade wenn es darum geht, dass wir nachhaltige Gewohnheiten aufbauen müssen – zum Beispiel uns gesund ernähren – sind diese vielen Zielen gleichzeitig wirklich schwierig. Denn du musst meist viel Selbstkontrolle aufbringen, um dir neue Gewohnheiten aufzubauen und um gleich mehrere Dinge umzusetzen, wird dir einfach die Selbstkontrolle fehlen.

Nicht nur das, sondern auch wenn mehrere Ziele sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, ist es logischerweise schwierig sie zu vereinbaren. Eine Sportroutine aufbauen, mehr Zeit mit Freunden und gleichzeitig noch ein Studium anfangen? Wenn das überhaupt gleichzeitig gehen soll, dann musst du wahrscheinlich irgendwo anders extreme Abstriche machen.

Statt alles gleichzeitig zu wollen und dann doch keins deiner Ziele zu erreichen, nimm dir lieber eines nach dem anderen vor.

Zum Beispiel könntest du damit anfangen, dich an gesunde Ernährung zu gewöhnen. Wenn dies gut klappt, fängst du mit deiner Sportroutine an.

Deine Ziele müssen klein genug sein

Ziele dürfen dich fordern, aber nicht überfordern. Der Trick ist es, das Ziel genau so zu setzen, dass es dich herausfordert. Wenn ein Ziel zu einfach ist, wird es dir eventuell keinen Spaß machen daran zu arbeiten. Wenn es zu riesig ist, dann wirst du dich schnell überfordert fühlen und das führt zu Frust und sehr wahrscheinlich dazu, dass du das Ziel einfach aufgibst.

Es kann daher helfen, dein Ziel auf Teilziele runter zu brechen, wenn dir das ganze Ziel sehr riesig erscheint.

Ein Marathon zu laufen kommt dir viel zu riesig vor? Kein Wunder 42, 2 Kilometer ist ja auch echt nicht wenig. Ganz besonders, wenn du gerade erst angefangen hast zu laufen.

Statt dich auf die 42 Kilometer zu konzentrieren, konzentriere dich doch einfach auf dein Wochenziel.

Du solltest laut deinem Trainingsplan diese Woche 4x a 5 Kilometer laufen. Kommt einem schon viel machbarer vor, oder?

Du musst bereit sein Abstriche zu machen

Bist du bereit für dein Ziel Abstriche zu machen? Meistens sehen wir bei anderen Menschen nur das Endergebnis. Sie haben ein tolles Ziel erreicht und wir wollen das jetzt auch.

Was wir nicht sehen, ist die Arbeit, die dahinter steckt. Jede Woche 4x laufen gehen um am Marathon teilnehmen zu können. 57 Bewerbungen schreiben, bis man endlich den Traumjob gefunden hat.

Die Arbeit, die hinter dem Erreichen eines Zieles steckt, sehen wir meistens nicht. Aber bist du bereit diese Arbeit zu investieren?

Es muss dir klar sein, dass viele Ziele nur mit richtig viel Arbeit zu erreichen sind und nicht einfach so per Fingerschnips. Aber nicht nur viel Arbeit, sondern meistens müssen auch irgendwelche Abstriche gemacht werden.

Bei Zielen solltest du dir auch immer überlegen, was du eventuell dafür aufgeben musst. Wenn du unbedingt das Sixpack haben möchtest, bedeutet das nicht nur viel Training, sondern vielleicht musst auch beim Feiern auf den Burger und den Alkohol verzichten. Wenn du ein Studium neben dem Job anfängst, bedeutet das vielleicht, dass du deine Freunde deutlich weniger siehst oder deutlich weniger Zeit für deine Hobbies hast.

Was auch immer es ist, du musst bereit sein, diese Abstriche zu machen. Ansonsten wird es schwierig für dich, dein Ziel zu erreichen.

Du musst von deinem Ziel überzeugt sein

Dein Ziel muss dein Ziel sein. Was meine ich damit?

Viel zu oft haben wir Ziele, die in Wirklichkeit gar nicht unsere eigenen sind. Vielleicht sind es die Ziele unserer Eltern für uns. Oder die Erwartungen den Gesellschaft.

Unsere Ziele sollten selbstkonkordant sein. Selbstkonkordante Ziele sind Ziele, die mit unseren authentischen Interessen und Werden zusammenhängen. Je mehr das Ziel auch die Interessen und Werte einer Person erfüllen, desto selbstkonkordanter ist dieses Ziel.

Wenn Mama und Papa wollen, dass man unbedingt Medizin studiert, man selber aber nicht so ganz dahinter steht, dann ist das ganz eindeutig kein selbstkonkordantes Ziel.
Wichtig ist, sich bei den Zielen immer zu fragen, tue ich das für mich oder für andere? Trainiere ich für den Marathon, weil ich Spaß am Laufen habe und für mich selber meine Grenzen austesten möchte oder trainiere ich weil, ich hinterher die Medaille rum zeigen will und Anerkennung von anderen suche?
Frage dich also immer, warum du genau dieses Ziel verwirklichen möchtest. Natürlich kann man auch Spaß am Laufen haben und trotzdem hinterher stolz die Medaille zeigen. Die Frage ist nur, welcher der zwei Faktoren ist stärker gewichtet? Wenn es die Medaille ist, sollte ich dann das Ziel wirklich noch verfolgen?

Du darfst dich nicht auf deine reine Willenskraft verlassen

Motivation und ein bisschen Willenskraft, das brauchen wir um unsere Ziele zu erreichen. Richtig?

Quark. Sich auf Motivation und Willenskraft zu verlassen, wird es nicht leichter machen dein Ziel zu erreichen. Wahrscheinlich sogar eher dafür sorgen, dass du es nicht erreichst.

Fangen wir mal mit Motivation an.
Viele Menschen denken, sie müssen auf Motivation warten, damit sie endlich anfangen. Das Problem ist aber, dass Motivation meist erst dann entsteht, wenn wir schon angefangen haben und die ersten Schritte erledigt und damit Erfolgserlebnisse gehabt haben.

Mir geht es so beispielsweise beim Laufen so. Überhaupt erstmal anzufangen braucht unglaublich viel Kraft, aber sobald ich die ersten paar Meter gelaufen bin, so richtig in Schwung gekommen bin, macht es mir Spaß und ich habe meist kein Problem noch ein paar Kilometer weiter zu laufen.

Wir müssen also anfangen um motivierter zu werden.

Um überhaupt anzufangen brauchen wir dann Selbstdisziplin, richtig?

Ja. Das Problem bei Willenskraft ist nur, dass wir nicht endlich viel davon haben. Je mehr Willenskraft wir schon aufbringen mussten, desto erschöpfter ist diese Kraft und desto schwieriger wird es für uns diese anzuwenden. Wenn du also den ganzen Tag viel Willenskraft für deinen Job aufbringen musstest, dann ist es unwahrscheinlich, dass du Abends noch welche übrig hast um dich dazu zubringen noch Sport zu machen.

Aber, es gibt ein paar Tricks, wie man das noch ein bisschen einfacher machen kann.

Mach die Dinge zu deiner Gewohnheit. Wenn du es nach ein paar Wochen geschafft hast, Dinge zur Gewohnheit zu machen, die dir helfen dein Zeil zu erreichen, dann brauchst du deutlich weniger Kraft um anzufangen. Versuche also dir eine ganz genaue Routine zu erstellen.
Sorge für Druck von Außen. Suche dir einen Partner, der dir ein bisschen Druck aufbaut. Vielleicht geht ihr zum Beispiel gemeinsam zum Sport. Oder ihr kontrolliert gegenseitig wie weit ihr beim Erreichen eurer Ziele seid.
Reduziere deine Hürden. Entferne alle Hürden, die dafür sorgen könnten, dass du nicht an deinem Ziel arbeitest. Je mehr Schritte du brauchst um an deinem Ziel zu arbeiten, desto schwieriger. Leg dir beispielsweise schon deine Laufkleidung und Schuhe bereit. Je weniger Schritte du brauchst um aus der Tür zu gehen und zu laufen, desto besser. Genau so entferne auch alle Hürden, die für Ablenkung sorgen könnten – zum Beispiel keine Süßigkeiten mehr im Haus haben, wenn du unbedingt abnehmen möchtest.

Und der wichtigste Tipp: Konzentriere dich auf den allerersten Schritt. Die Motivation kommt, wenn wir angefangen haben, meist von ganz alleine. Versuche dich also auf den allerersten Schritt zu konzentrieren.

Anstatt dich davon de-motivieren zu lassen, dass du gleich 15 Kilometer für dein Marathontraining laufen musst oder heute noch 10 Seiten für deinen Roman schreiben, überlege dir mal was der erste Schritt ist.

Konzentriere dich zum Beispiel darauf, deine Sportkleidung anzuziehen. Oder darauf den ersten Abschnitt zu schreiben. Denk noch nicht daran, bis wohin du noch kommen musst, sondern konzentriere dich immer nur auf den nächsten Schritt. So wirst du dich nicht so überfordert fühlen und es ist wahrscheinlicher, dass du dran bleibst.

Und bei all dem, habe Spaß! Vergiss nicht, zumindest für dein psychische Wohlbefinden ist der Weg zum Ziele viel wichtiger. Vergiss nicht diesen zu genießen! Klar, es ist ein super Gefühl endlich das Abschlusszeugnis in der Hand zu halten, aber waren die drei Jahre tolle Zeit im Studium nicht viel wichtiger?

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