Selbstvertrauen stärken: An sich selbst glauben

Ich kann das nicht. Ich schaffe das nicht. Warum sollten die ausgerechnet mich nehmen? 
Kennst du solche Gedanken? Du hast dir ein Ziel vorgenommen und dann kommen die Zweifel. Vielleicht möchtest du endlich den Marathon laufen, dich auf deinen Traum-Job bewerben, das eine Projekt starten, dich selbstständig machen. Aber dann kommen die Zweifel. Dir fehlt das Selbstvertrauen um zu starten. Warum solltest auch ausgerechnet du diesen einen Job bekommen? Warum solltest ausgerechnet du sportlich genug sein um einen Marathon zu laufen? An sich selbst zu glauben ist manchmal wirklich gar nicht so leicht. 

Wie steigerst du nun dein Selbstvertrauen?

1. Just DO it:

Okay, das kennen wir wahrscheinlich aus einem Werbespruch einer bekannten Sportmarke. Aber, das muss man sagen, dass diese Marke sich einen wirklich guten Slogan ausgedacht hat. Denn um unser Selbstvertrauen zu stärken, müssen wir vor allem eins: Machen!

Ob wir an uns selbst glauben oder nicht, basiert hauptsächlich darauf, was für ein Bild wir von uns im Kopf haben. Dieses Bild basteln wir aus unseren vergangen Erfahrungen zusammen. Das nennt sich Selbstwahrnehmungstheorie.

Wir gucken uns an, was wir in der Vergangenheit gemacht haben und bauen uns dann daraus ein Bild. Wenn ich dich zum Beispiel fragen würde, ob du ein sportlicher Mensch bist, dann würdest du automatisch in deiner Erinnerung kramen ob und wann du das letzte mal Sport gemacht hast. Wenn das sehr oft in deiner Vergangenheit war, dann erinnerst du dich sehr leicht an diese Ereignisse und schließt daraus, dass du sportlich bist. 

Es hat sich zum Beispiel gezeigt, wenn Menschen im Rahmen einer Studie Geld für eine Umweltorganisation gespendet haben, dass sie sich hinterher als deutlich umweltbewusster eingestuft haben. Obwohl sie eigentlich nur im Rahmen dieser Studie Geld gespendet haben. Aber sie hatten ja gerade Geld gespendet, daher mussten sie ja besonders umweltbewusst sein. 

Was bedeutet das nun?

Egal, was, wie oder wer du werden möchtest, ein Sportler oder ein Redner auf der Bühne, du musst MACHEN! Auch wenn du dich nicht bereit fühlst. Wahrscheinlich wirst du das nämlich nie.

Erst, wenn du etwas getan hast, kann dein Kopf dein vergangenes Verhalten nutzen und zu deinem Selbstbild ergänzen. Erst wenn du die Rede auf der Bühne gehalten hast, wirst du dich wie ein Redner fühlen. Wenn du die Strecke gelaufen bist, erst dann wirst du dich wie ein Läufer fühlen. Zu warten, bis du dich wie ein Redner oder ein Sportler fühlst, um endlich anzufangen, ist also Quatsch. Erst durch das Machen wirst du dir das Selbstvertrauen aufbauen. 

2. Du kannst etwas NOCH nicht

Das NOCH ist wichtig. Vielleicht hast du es ja schon mal erlebt, du bekommst die Anfrage ob du eine bestimmte Aufgabe übernehmen möchtest und deine erste Reaktion ist „Ich kann das nicht!“. Und damit hat es sich dann erledigt. Du lehnst die Aufgabe ab, weil du denkst, dass du sie nicht kannst und die Aufgabe geht an einen Kollegen. 

Aber was wäre, wenn du deinen Satz zu „Ich kann das NOCH nicht!“ änderst? Keiner kann alles können, aber wir können fast alles lernen. 

Wenn es um unsere Fähigkeiten und unser Wachstum geht, unterscheiden wir zwischen dem „Fixed Mindset“ und dem „Growht Mindset“. Also das „feste“ Mindset und dem „Wachstum“ Mindset. 

Menschen mit einem Fixed Mindset, sagen Sätze wie „Ich kann das nicht!“. Sie denken, dass sie entweder gut oder schlecht in einer Fähigkeit sind. Sie denken, dass ihre Talente vorhersagen wie gut ihre Ergebnisse werden. Talent hat man, oder hat man eben nicht. 

Menschen mit einem Growth Mindset sehen das ein bisschen anders. Sie sind überzeugt, dass sie vielleicht NOCH nicht alles können, aber vieles lernen können. Sie wollen sich selbst herausfordern und strengen sich deutlich mehr an. Außerdem sind sie überzeugt, dass nicht Talente, sondern ihr Einsatz, ihre Bemühungen und ihre Einstellungen ihre Ergebnisse bestimmen. 

Menschen mit einem Growth Mindset, entwickeln sich ständig weiter, sie lernen neue Fähigkeiten, sie sind motivierter, erzielen meistens bessere Ergebnisse, gehen besser mit Rückschlägen um und sind generell weniger gestresst. 

Versuche doch mal darauf zu achten, welche Sätze du so sagst. Hast du eher ein Fixed oder ein Growh Mindset? Wenn du dich bei erwischt, dass du öfter mal Sätze über dich selber sagst, die auf ein Fixed Mindset hindeuten, probiere doch mal diese umzuformulieren. Für dein Selbstvertrauen macht es einen großen Unterschied, ob du ein „NOCH“ in deinem Satz ergänzt, oder einfach sagst, dass du etwas nicht kannst.

3. Nimm eine optimistische Haltung ein

Viel habe ich bereits über Optimismus geschrieben. Warum er so förderlich ist und wie du eine optimistische Haltung einnimmst. Aber, gerade bezogen auf Selbstvertrauen ist es wichtig mit einer positiven Grundeinstellung an die Dinge zu gehen. Warum?

Aus dem einfachen Grund der Selbsterfüllenden Prophezeiung. Die Selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Vorhersage über unsere Zukunft, die Einfluss auf unsere Zukunft hat und ist die Ursache, dass diese Zukunft auch wie vorhergesagt eintritt. Klingt verwirrend? Ist es aber eigentlich gar nicht. 

Stell dir einmal vor, du gehst auf eine Party. Du kennst niemanden außer dem Gastgeber und du hast Angst, dass keiner der anderen Gäste mit dir reden wird. Weil du denkst, dass sowieso keiner mit dir reden möchte, stehst du die gesamte Party nur in der Ecke und starrst auf dein Handy. Weil du auf dein Handy starrst, wirkst du beschäftig und abweisend. Keiner der anderen Gäste spricht dich also an. Das bestätig natürlich nur deinen Glauben, dass sowieso keiner mit dir sprechen möchte. Dabei war genau diese Überzeugung der Auslöser für dein Verhalten, welches dafür gesorgt hat, dass sich deine Überzeugung bestätigt. 

Ein weiteres Beispiel wäre, wenn du vor deinen Kollegen eine Präsentation halten musst. Du bist furchtbar aufgeregt und der Überzeugung, dass die Präsentation ganz schrecklich werden wird. Weil du aufgeregt bist und glaubst, dass es sowieso alles nicht klappen kann, bist du unkonzentriert, verhaspelst dich und natürlich kommt deine Präsentation nicht besonders gut an. Wärst du mit Selbstvertrauen in die Präsentation gegangen, dann hättest du das ausgestrahlt. Vielleicht hättest du dich auch verhaspelt, aber du hättest es locker überspielt und einfach weiter gemacht. Deine Präsentation wäre wahrscheinlich sehr viel besser angekommen. 

Es lohnt sich also, eine optimistische Grundhaltung anzunehmen. Denn die daraus resultierenden Erfolgserlebnisse stärken wiederum unser Selbstvertrauen durch den Mechanismus der Selbstwahrnehmungstheorie. 

4. Bring deinen inneren Kritiker zum Schweigen

Selbst wenn wir uns eine optimistische Grundhaltung aneignen, kommen trotzdem doch immer mal wieder Zweifel oder Ängste auf. Keiner ist frei von negativen Gedanken oder negativen Glaubenssätzen. 

Vielleicht hast du immer noch Zweifel an deinen Fähigkeiten. Oder du denkst, dass es bestimmt viel bessere andere Bewerber gibt. Oder oder oder. Negative Gedanken kennen wir leider alle. 

Nur, wer sagt denn dass diese Gedanken auch tatsächlich wahr sind? Gedanken sind doch eigentlich nur das – Gedanken. Nicht mehr und nicht weniger. Einfach nur Gedanken. Das Problem ist jedoch, dass viele Menschen ihren negativen Gedanken einfach so glauben. Für sie sind diese negativen Gedanken Fakten.

Leider haben wir generell eher die Tendenz negativ zu denken. Ist auch evolutionär sehr hilfreich gewesen. Wir mussten ja auf alle möglichen Gefahren vorbereitet sein. Unser Gehirn versucht uns also davor zu bewahren uns in gefährliche Situationen zu begeben. Nur leider hat unser Gehirn nicht verstanden, dass die meisten Situationen in unserer modernen Welt nicht mehr unbedingt lebensgefährlich sind – wie zum Beispiel Präsentationen halten. 

Was können wir also tun? 

Wir können uns lieb bei unserem Kritiker bedanken und ihm dann sagen, dass er verschwinden soll. Ganz ernst gemeint. Wenn du merkst, dass du unnötige Ängste oder Sorgen hast, dann sag dir selber „Liebes Gehirn, vielen Dank, dass du versuchst mich zu schützen. Die Angst hilft mir hier aber gerade überhaupt nicht weiter. Du kannst damit jetzt aufhören!“.  Man kommt sich dabei vielleicht etwas lächerlich vor, aber mit etwas Übung kann man auf diese Weise tatsächlich irgendwann mit einem Schnips die negativen Gedanken, die uns so viel Selbstvertrauen klauen, abstellen. 

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