Random Acts of Kindness – Werde glücklich indem du andere glücklich machst

Ein indisches Sprichwort besagt: Wahres Glück besteht darin, glücklich zu machen.  Was haben Random Acts of Kindness damit zu tun?

Die Verbindung zwischen Glück und helfendem Verhalten ist nichts neues. Glückliche Menschen sind eher zuvorkommend, helfen eher mal einem Freund oder Fremden aus. Auch unter Kollegen sind glücklichere Menschen eindeutig die besseren Kollegen, die helfen dir nämlich gerne aus oder übernehmen einen Teil der Arbeit, selbst wenn sie selber genug zu tun haben. 
Relativ lange war aber unklar, ob glückliche Menschen einfach lieber helfen, oder ob Menschen glücklicher sind weil sie anderen Menschen helfen. Wahrscheinlich ist beides wahr. Aber inzwischen gibt es auch Studien, die zeigen, dass wir strategisch durch helfendes Verhalten unser Glück erhöhen können. 

Manchen stößt es vielleicht ein bisschen auf; unser Glück strategisch durch helfendes Verhalten erhöhen? Ist das nicht das falsche Motiv um anderen Menschen zu helfen? Ist ja eigentlich ziemlich egoistisch.  Aber – Ist das wirklich wichtig? Ist es nicht ziemlich egal, warum wir anderen Menschen helfen? Anderen Menschen ist geholfen und uns geht es besser. Ist doch prima. 

So, nachdem wir das jetzt geklärt haben: Wie erhöhe ich denn nun strategisch mein Glück?

Random Acts of Kindness

Du musst nicht deine ganze Freizeit opfern und dich freiwillig zu engagieren. Das wäre natürlich toll, aber es reichen schon kleine Taten. Im Englischen hat sich der Begriff „Random Acts of Kindness“ etabliert. Der zufällige Akt der Freundlichkeit. Klingt auf Englisch schon irgendwie besser, oder? Sogar die Abkürzung RAOK etabliert sich gerade. 

Was versteht man unter den Random Acts of Kindness? Eigentlich ganz einfach – kleine Freuden die du anderen Menschen machst. Das kann wirklich alles mögliche sein. Deinen Partner mit dem Lieblingsessen überraschen, wenn er oder sie nach Hause kommt. Deiner Freundin spontan einen Eisbecher vorbeibringen, weil du weißt ihr geht es gerade nicht so gut. Deine Schwester zum Mittagessen einladen, weil du weißt als Studentin hat sie es nicht so dicke. Für deine Kollegen Kekse mitbringen. 

Random Acts of Kindness kannst du natürlich auch für völlig Fremde Menschen ausführen. Drück jemandem dein noch gültiges Bahnticket in die Hand. Oder bezahle den Kaffee für die Person nach dir, wenn du beim Bäcker bist. Stell dir mal vor du würdest dir einen Kaffee kaufen und du musst nichts bezahlen, weil jemand vor dir bereits bezahlt hat. Mega! Du wärst doch sofort am Dauergrinsen. 

Das schöne an solchen Handlungen der Freundlichkeit ist, dass sie oft wellenartige Effekte auslösen. Das heißt, wenn du am Dauergrinsen bist, weil ein Fremder dir heute deinen Kaffee bezahlt hat, bist du eher gewillt ebenso einen Random Act of Kindness durchzuführen. Und selbst wenn nicht, dann ist zumindest deine gute Laune ansteckend.

Inspiration findest du übrigens hier: https://www.randomactsofkindness.org. Eine ganze Webseite zur Inspiration was für Random Acts of Kindness du durchführen könntest.

Muss ich was beachten?

Tatsächlich solltest du eine kleine Sache beachten. In einer Studie* von Sonja Lyubormirsky hat sie ihren Teilnehmer aufgetragen regelmäßig die Random Acts of Kindness durchzuführen. Wie oben bereits beschrieben hat sie festgestellt, dass die Teilnehmer durch das Durchführen der Handlungen der Freundlichkeit ein erhöhtes Wohlbefinden hatten. 

Allerdings stellte sie auch fest, dass das Glück der Teilnehmer nach einer Weile wieder auf ihr normales Level zurückging. Erinnerst du dich an die Hedonistische Tretmühle? Sie besagt, dass wir uns an (fast) alles in unserem Leben gewöhnen und daher die Effekte, die Anfangs dafür sorgten dass wir uns gut fühlen, abklingen. Lies doch hier nochmal nach.

Das heißt, die Random Acts of Kindness dürfen nicht zur Gewohnheit werden oder sich wie eine Verpflichtung anfühlen. Sie wirken eher, wenn sie quasi noch neu und aufregend sind. Achte also darauf, dass du immer mal wieder Abwechslung mit reinbringst. 

Warum macht mich das jetzt glücklicher?

Du siehst dich selber in einem besseren Licht. Wenn du anfängst dich für andere Menschen zu engagieren und hilfsbereit(er) zu sein, dann ändert sich nach einer Weile dein Selbstbild und du siehst dich selber auch als eine emphatische und hilfsbereite Person. So ein Bild kann man schon mal von sich haben, oder?

Wenn du anderen in einer negativen Situation hilfst, kommt dir deine eigene Situation besser vor. Angenommen dein Partner hat gerade wahnsinnig viel Stress im Job und du gibst dir Mühe und verwöhnst deinen Partner mit einem schönen Abendessen, damit er oder sie sich besser fühlt. Du freust dich wahrscheinlich darüber, dass dein Partner sich freut. Aber gleichzeitig freust du dich auch darüber, dass du selber gerade im Job weniger gestresst als dein Partner bist. Du entwickelst also eine Dankbarkeit dafür, dass es dir gerade besser geht als jemand anderem. Dankbarkeit macht glücklich.

Random Acts of Kindness können positive Konsequenzen auslösen. Damit meine ich, wenn du anderen Menschen hilfst sind andere Menschen dir gegenüber wahrscheinlich positiv eingestellt. Die Menschen mögen dich lieber, du hast einen besseren Draht zu ihnen und im Gegenzug wird auch dir eher geholfen wenn du mal Hilfe nötig hast. 

Quelle:
Sonja Lyubormirsky. The How of Happiness.

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